Das Konzept

Das Wohnheim Hof Meyerwiede ist ein Ort zum Leben und Arbeiten. Es bietet den Rahmen in dem Menschen mit frühkindlichem Autismus die notwendige Unterstützung und Förderung bekommen, um so weit wie möglich selbständig und selbstbestimmt leben zu können. Nicht Therapie steht im Vordergrund, sondern Integration und Lebensqualität. Die Förderung ist integrierter Bestandteil sämtlicher alltäglichen Handlungen. Das Heim wird außerdem dem Bedürfnis der behinderten Menschen nach Zuwendung und Geborgenheit gerecht. Eine große Herausforderung ist es ein Gleichgewicht zwischen dem Förderauftrag der Einrichtung und den institutionellen Notwendigkeiten einerseits, und das Recht auf Selbstbestimmung der behinderten Menschen anderseits, zu schaffen.

Das Konzept von Hof Meyerwiede ist auf die ganz speziellen Bedürfnisse von Menschen mit frühkindlichem Autismus ausgerichtet.
Dabei werden Aspekte wie Reizverarbeitung, Überschaubarkeit von Strukturen, Beziehungsfähigkeit und Individualität berücksichtigt.

Autistischer Menschen haben große Probleme Reize adäquat zu verarbeiten. Durch die Lage der Einrichtung in einer ruhigen, ländlichen Umgebung wird diesem Aspekt Rechnung getragen. Der nahe gelegene Ort Etelsen mit Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungsangeboten bietet die Gelegenheit zur sozialen Integration. Hier besteht auch die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel nach Bremen und Verden. Die hofeigenen Fahrzeuge werden für individuelle Ausflüge genutzt. Die Lage des Hofs ermöglicht es weitgehend, die Reize der Umwelt so zu regulieren, dass jeder Bewohner nach Stimmung und Tagesform mit ihnen zu Recht kommt.

Das Bedürfnis autistischer Menschen nach überschaubaren Strukturen wird durch die kleine Einrichtung mit der übersichtlichen Anzahl an Mitbewohnern und Mitarbeitern befriedigt. Auch die Beschränkung auf drei Wohngruppen und die personelle Kontinuität tragen dazu bei.

Das Konzept Wohnen und Arbeiten in derselben Einrichtung wurde der traditionellen Aufteilung, Wohnen im Heim und Arbeiten in der Werkstatt für behinderten Menschen, vorgezogen. Zum einen ermöglicht dieses Konzept eine direkte Einflussnahme auf die Arbeits- und Beschäftigungsangebote zu Gunsten der Betreuten. Nicht nur die Art und der Inhalt der Beschäftigungsangebote, sondern auch die zeitlichen und strukturellen Anpassungen an die individuellen Erfordernisse der einzelnen Bewohner werden direkt gestaltet. Die Arbeit hat einen Bezug zum Bereich Wohnen, da der überwiegende Teil aller Arbeitsergebnisse auf dem Hof Verwendung findet.
Des Weiteren bietet dieses Konzept die Möglichkeit einen engen Kontakt zwischen den Betreuten und den pädagogischen Mitarbeitern aufzubauen. Dieselben Mitarbeiter begleiten und betreuen die Bewohner, sowohl im Bereich Wohnen als auch bei der Arbeit und in der Freizeit. Die Betreuer lernen die Bewohner in unterschiedlichen Lebensbereichen kennen und bekommen so einen umfassenden Einblick in ihre Stärken und Schwächen. Dies hilft den individuellen Förderplan sehr gezielt zu gestalten. Der enge Kontakt ermöglicht es Anzeichen von Krankheit oder Stimmungsschwankungen besser zu erkennen, und so schneller und gezielter darauf zu reagieren.
Durch die kleinen Arbeitsgruppen und die wechselnden Schichten ist gewährleistet, dass ein Bewohner über den Tag verteilt mehrere Ansprechpartner hat.

Dieses Konzept ermöglicht sowohl den Betreuten als auch den Betreuern eine hohe Identifikation mit der Einrichtung.


 
 
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